Kindertagesstätte - Flexiblere Randzeiten und zusätzliche Einrichtung gefordert

Entlastung schaffen

Noch immer fallen Rechtsanspruch auf Krippenplätze und tatsächlicher Bedarf weit auseinander. An dieser Lücke arbeiten alle Kommunen mit Unterstützung ihrer Räte seit Jahren. Wenn man ehrlich diskutiert und alle ideologischen Aspekte der Kinderbetreuung außen vor lässt, haben Eltern in der heutigen Berufswelt aber ein ganz anderes Problem: eine immer flexiblere Berufswelt mit teilweise pervertierten Dienstzeiten trifft auf eine nicht ganz so flexible Betreuungslandschaft. Ursache die immer individuelleren Bedürfnisse der Kunden, sagen die einen. Verdrängungswettbewerb in Oligopolmärkten sagen die anderen. Fakt ist aber die Eltern haben hier und da ein Betreuungsproblem.

Es braucht, ob man will oder nicht flexiblere Abgabe- und Abholzeiten, also veränderte Randzeiten im Kita-Bereich. Wichtig ist uns dabei: die Kinder sollen keinesfalls länger in der Einrichtung verbleiben.

Lösungsansatz

Die Familien-Partei war hierzu in der zu Ende gehenden Ratsperiode aktiv. Eine Arbeitsgruppe speziell zu diesem Themenbereich wurde initiiert. Für weitere betriebswirtschaftliche Planungen wurde der Verwaltung weiteres Personal bewilligt. Die Familien-Partei fordert hier zudem eine interkommunale Kooperation. St. Ingbert soll eine Einrichtung schaffen, die für Betroffene überregional flexible Möglichkeiten schafft. Richtig umgesetzt ist eine derartige Konzeption zu gleichen Gebühren möglich wie es jetzige Einrichtungen auch erfordern. Bedarf, Einrichtungsorganisation und Gebühren kann man in Einklang bringen.

Zusätzliche Einrichtung erforderlich

Die Bedarfszahlen zu Kita- und Krippenplätzen zeigen auch: in St. Ingbert sind alle Einrichtungen an der Kapazitätsgrenze. Eine zusätzliche Einrichtung macht daher hochgradig Sinn. Auch hierzu hat die Familien-Partei die Verwaltung ermuntert, Planungen voranzutreiben und einen geeigneten Standort zu suchen. Eine Forderung, die verstanden und angenommen wurde. St. Ingbert wird eine weitere, zusätzliche Kita brauchen.

Zwei grundsätzliche Fragestellungen ergeben sich: ist eine Gleichstellung von Lebensentwürfen in unserer Gesellschaft gegeben? Das sagen wir nein! Geht die Zwei-Klassen-Gesellschaft weiter? Hier sagen wir klar ja! Die letzten zwei, drei Jahrzehnte entwickelte sich eine ungleiche Schere hinsichtlich des Erwerbseinkommens. Jetzt erreichen auch unterschiedliche Arbeitszeiten breite Teile der Gesellschaft. Beide Fragestellungen können Sie kommunalpolitisch nicht verändern, nur anprangern. Gelegenheit gibt es aber bei jeder überregionalen Wahl….

Apropos. Erinnern Sie sich an die Landtagswahl? Wurde hier in Sachen Kita-Gebühren nicht die komplette Gebührenfreiheit für die Eltern versprochen? Zwar lange keine Gebührenfreiheit aber immerhin in kleinen Schritten geht es nun in den nächsten Jahren etwas runter. Die Kita-Gebühren werfen natürlich die Frage auf, könnte man nicht auch über den städtischen Haushalt etwas tun? Antwort: leider NEIN. Auch wenn manche Mitbewerber populistisch derartiges darstellen. Auch St. Ingbert ist eine Gemeinde mit strukturellem Haushaltsdefizit. Vielleicht verständlicher: wir verzehren nach wie vor unser Eigenkapital. Dies bedeutet: alle Einnahmemöglichkeiten sind auszuschöpfen. Daher sind die bislang nach Vorschulgesetz als Elternbeitrag maximalen 25 % der unmittelbaren Kosten für die Betreuung leider auch die Untergrenze.